Blog Mein Tierschutzhund

Strafe muss sein! Oder?!

Was ist überhaupt eine Strafe?

Eine Strafe ist im großen Sinne erst einmal eine negative Konsequenz. Entweder wird etwas Unangenehmes hinzugefügt (zum Beispiel Schmerzen) oder man nimmt etwas Angenehmes weg (zum Beispiel nimmst du deinem Hund ein Spielzeug weg). Wir reden hier entweder von positiver (Hinzufügen) und negativer (Entfernen, Wegnehmen) Strafe.

Beides fühlt sich nicht gut an. Beides löst Emotionen bei deinem Hund aus: Angst oder Frustration

Und beides soll dafür sorgen, dass dein Hund das bestrafte Verhalten nicht mehr zeigt.

Eine weitere richtige und wichtige Antwort auf die Frage, was eine Strafe ist, lautet: Eine Strafe ist das, was der Empfänger als Strafe empfindet!

Und hier kommen wir schon zu den Nebenwirkungen, die ein strafbasierten Umgang mit deinem Hund auslösen:


Zu Risiken und Nebenwirkungen - fragen Sie Ihren Trainer!

 
Dein Hund bestimmt, was eine Strafe ist

Das bedeutet, dass du nicht beeinflussen kannst, ob dein Hund dein Verhalten als Strafe empfindet und zwar so stark, dass er das bestrafte Verhalten nie wieder zeigen wird. Denn das und nur dafür sollen Strafen gedacht sein: Ein Verhalten soll nicht mehr auftauchen! Wenn das unerwünschte Verhalten für deinen Hund soviel lohnenswerter ist, als deine Strafe, dann fühlt sich dein Hund vielleicht für einen Moment nicht wohl und hat Angst - aber das Verhalten wird er weiterhin zeigen. Das heißt, dass du so heftig strafen müsstest, dass ihr beide keine Freunde mehr sein würdet. Susi schüttelt sich

Auf der anderen Seite steht aber auch folgender Aspekt im Raum: Du bestrafst deinen Hund versehentlich! "Wie soll ich meinen Hund denn versehentlich bestrafen?" denkst du dir vielleicht - völlig zurecht. Aber der Empfänger bestimmt, was er als Strafe empfindet. 
Folgende Verhaltensweisen deinerseits können unter Umständen strafend wirken:

  • du möchtest deinen Hund streicheln (er möchte das aber nicht und fühlt sich bedrängt!)
  • du nimmst deinem Hund das Spielzeug weg, weil du etwas anderes machen möchtest
  • du entziehst deinem Hund Aufmerksamkeit, obwohl dein Hund gerade eine Erwartungshaltung an dich hat
  • du gibst deinem Hund ein nicht-schmeckendes Leckerli

Die Aufzählung ist natürlich nicht vollständig - aber Hand aufs Herz: Wie oft passieren oben genannte Situationen, ohne das wir einen strafenden Gedanken im Hinterstübchen hatten?

Dein hund versteht die strafe nicht

Schon im letzten Blog-Artikel habe ich erwähnt, dass Hunde nicht verstehen, warum sie für natürlich-hundliche Verhaltensweisen bestraft werden. Aber das alleine erklärt die Aussage nicht, denn worauf ich noch hinaus möchte: Dein Hund nimmt die Welt und sein Verhalten anders wahr, als du. Selbst ich habe einen anderen Blickwinkel auf eine Situation, als mein Partner. Jeder lebt in seiner eigenen Welt und nimmt Dinge so wahr, wie ihn seine bisherigen Erfahrungen, Genetik, Vorlieben, usw. beeinflussen. Während du also den Fokus auf die straffe Leine legst, wird dein Hund vermutlich etwas anderes im Sinne haben - zum Beispiel der Hund auf der anderen Straßenseite. Oder der Fahrradfahrer, der sich nähert. Wenn du deinen Hund nun an der Leine ruckst, weil du den Leinenzug bestrafen möchtest, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass dein Hund dieses unangenehme Gefühl mit dem verknüpft, was er eben im Fokus hat.

Du wirst für deinen hund unberechenbarIMG 0987

Mal bist du nett, mal nicht so. Es gibt vor allem für Hunde mit Sorgenpäckchen auf dem Rücken, nichts schlimmeres, als nicht zu wissen, ob du dich im friedlichen Sinne näherst oder ob du schmerzhafte Absichten hast. Dein Hund weiß schlicht und ergreifend nicht mehr, ob er etwas Gutes oder Unangenehmes von dir zu erwarten hat, was eine gewisse Grundskepsis zur Folge hat. Natürlich lernen Hunde recht schnell, ihre Bezugspersonen einzuschätzen - nichts desto trotz bestrafen und bedrängen wir unsere Hunde so oft bereits unbeabsichtigt, so dass die bewusst eingesetzte Strafe on top wunderschöne Qualitätszeit und auch Zeit für gutes Training klaut. 


Was eine Strafe nicht kann

Bestrafungen können dafür sorgen, dass dein Hund Angst bekommt oder frustriert wird. Vielleicht kann eine Strafe auch dafür sorgen, dass ein Verhalten nicht mehr auftaucht. Aber Strafe kann nicht

  • dafür sorgen, dass dein Hund weniger Angst hat (was oft Ursache für Aggressionsverhalten ist)
  • deinem Hund zeigen, welches Verhalten du dir von deinem Hund wünschst
  • für eine vertrauensvolle Beziehung zwischen deinem Hund und dir sorgen
  • zuverlässig unerwünschtes Verhalten dauerhaft ausmerzen (oder wie oft ist es dir bereits gelungen, mit 2-3mal Bestrafen deinem Hund das unerwünschte Verhalten zu vermiesen?)


Fazit

Für mich gehört das bewusste Auslösen von negativen Emotionen wie Angst und Frustration nicht zu meiner Art, mit meinen Hunden zusammenzuleben. Es ist sinnvoller, das unerwünschte Verhalten zu hinterfragen (welche Bedürfnisse stecken dahinter?) und mir Gedanken zu machen, mit welchem Alternativverhalten wir diese Situationen am besten meistern können und wie ich meinem Partner Hund das verbotene Bedürfnis anderweitig ausleben lassen kann. Schließlich sind Bedürfnisbefriedigung, Erwartungssicherheit, faires und kleinschrittiges Training mit den Werkzeugen der positiven Verstärkung ein zuverlässiger Weg zu einem vertrauens- und liebevollen Miteinander.

Und wenn du wissen möchtest, wie du das Zusammenleben mit deinem Hund vertrauensvoll gestalten kannst, obwohl dein Hund unerwünschtes Verhalten zeigt, dann rate ich dir, meinen Leitfaden für ein vertrauensvolles Zusammenleben mit deinem Tierschutzhund zu besorgen!

 

    

 Viele Grüße 
Susanne Bretschneider
von
Partner for Paws
Deine Expertin für Hunde aus dem Tierschutz

So veränderst du falsches Verhalten

Was ist überhaupt falsches Verhalten?

Beginnen wir diesen Blog-Artikel doch einfach mal mit einer wichtigen Frage: Was bedeutet falsches Verhalten?

Wenn ich diesen Ausdruck "falsch" höre, dann bekomme ich immer leichte Magenschmerzen. Im Wörterbuch (oder bei Tante Google) liest man: inkorrekt, nicht den Tatsachen entsprechend, nicht zutreffend, unsachgemäß, unrichtig.
Verhaltensweisen, die von uns als falsch wahrgenommen werden sind: Aggressionsverhalten, Angstverhalten, Nahrungsaufnahme, Territorialverhalten. Sie sind für uns gefährlich, weil Zähne zum Einsatz kommen, oder weil unser Hund einfach nicht so reagiert, wie wir es uns wünschen! IMG 2585Falsch bedeutet aber, dass das Verhalten nicht zur Situation passt. Und hier kommen wir zum Knackpunkt. Denn: Aus Sicht deines Hundes, verhält er sich richtig.

Ein Hund muss tun, was ein Hund tun muss!

  • Den Artgenossen aus dem Revier vertreiben oder seine Individualdistanz einfordern; völlig normales hündisches Verhalten!
  • Futter, Fressen jeglicher Art, egal wo es rumliegt; völlig normales hündisches Verhalten (wenn du es nicht essen möchtest, gehört es nicht dir)
  • Dem Reh hinterher rennen; völlig normales hündisches Verhalten (vielleicht rennst du nicht mit, weil du satt bist?)
  • Schnell vorwärts gehen (und dabei an der Leine ziehen); aus Hundesicht völlig in Ordnung

Wenn Verhaltensweisen nicht krankhaft oder extrem sind (selbstzerstörerisches Verhalten zum Beispiel), dann handelt es sich um Verhalten, welches aus der Sichtweise unseres Hundes völlig normal, in Ordnung und sogar überlebensnotwendig ist. Es passt halt einfach nicht in unsere Welt. Weil es gefährlich für unseren Hund und für unsere Umwelt ist. Weil es peinlich ist. Weil es einfach unerwünscht ist.

Ich muss ihm doch nur klar zeigen, dass er das nicht darf

Stell dir vor: Du fährst in der 30er-Zone 30. Und du wirst von der Polizei angehalten und musst 100 Euro bezahlen. Oder du wirst bestraft, weil du an der roten Ampel stehen geblieben bist. Macht Sinn? Nicht? Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass du nicht verstehst, was gerade passiert? Weil die Polizei vielleicht auch noch eine unverständliche Sprache spricht und bei dir nur Stress und Negativität ankommt. Das ist unangenehm, oder?

Dein Hund verhält sich nicht absichtlich falsch - zeigt also unerwünschtes Verhalten - und versteht dann auch nicht, warum du ihn bedrohst oder gar weh tust. Warum du zur Gefahr für ihn wirst. Ich habe mich diesem Thema, welches auch unter "Grenzen setzen" fällt schon einmal gewidmet. Du kannst meine Gedanken dazu hier nachlesen: *klick*

Wie wird aus unerwünschtem Verhalten erwünschtes Verhalten?

Statt dich auf das hündische normale, aber für dich unerwünschte Verhalten zu konzentrieren und es wegmachen zu wollen, solltest du dich fragen:

  • Welches Bedürfnis hat mein Hund in dieser Situation?
  • Was möchte mein Hund mit seinem Verhalten erreichen?
  • Welches Alternativverhalten ist möglichst einfach auszuführen und erfüllt dieses Bedürfnis?
  • Hast du deinem Hund das Alternativverhalten wirklich gut beigebracht und dein Hund liebt es, es zu zeigen?
  • Hast du ausreichend unterschiedliche Belohnungen, die auf das Bedürfnis passen?

Kannst du alle Fragen abnicken? Dann bist du gut vorbereitet, um deinem Hund zu zeigen, was du eigentlich von ihm möchtest.Stella fängt Keks

Damit dein Hund das Alternativverhalten lernen kann, musst du Trainingssituationen schaffen:

  • Dein Hund kann den Auslöser für unerwünschtes Verhalten aus einer Distanz beobachten, so dass er weiterhin entspannt bleibt
  • Du hast ausreichend Möglichkeiten, um auszuweichen
  • Für den Fall der Fälle hast du Management-Maßnahmen vorbereitet (zum Beispiel weggehen, Social Support, etc.)
  • Sobald dein Hund den Auslöser wahrgenommen hat, belohnst du ihn (damit der Auslöser positiv verknüpft wird) und fragst dann das Alternativverhalten ab
  • und anschließend honorierst du das Alternativverhalten richtig großzügig!

Zu guter Letzt: Dein Geiz macht deinen Hund geizig!

Bist du mit Belohnungen sparsam und erfüllen sie nicht das, was dein Hund eigentlich will, wirst du nie voran kommen! Also mache dich auf die Suche nach dem Bedürfnis und belohne deinen Hund bedürfnisbefriedigend! Klau dir doch ein paar Ideen von meinem YouTube-Kanal! Und noch ein weiterer Tipp: Wenn dein Hund das unerwünschte Verhalten schon etliche Male (Monate, Jahre) gezeigt hat, dann erwarte bitte nicht, dass sich das Verhalten mit wenigen Trainingseinheiten ändern lässt.

Geduld und Großzügigkeit zahlt sich aus. Immer!

In diesem Sinne viel Spaß beim Training!

 

 

 

 Viele Grüße 
Susanne Bretschneider
von
Partner for Paws

Hundebegegnungen an der Leine

3 Tipps, wie du sie entspannter meistern kannst

 

Warum sind Hundebegegnungen an der Leine eigentlich immer so stressig?

Eigentlich möchtest du nur entspannt mit deinem Hund im Park spazieren gehen. Du gehörst du zu den freundlichen Hundehaltern, die ihren Hund anleinen, wenn andere Hunde entgegen kommen. Innerlich allerdings bist du angespannt und gestresst, weil du genau weißt, dass die Situation gleich wieder - wie immer eigentlich - eskalieren wird. Nur warum tut sich dein Hund so schwer, entgegenkommende Hunde einfach zu ignorieren? Kann er nicht einfach vorbeigehen?

Frontal und ohne Rücksicht auf verluste

Wir Menschen wollen eigentlich nur den Weg entlang und an dem anderen Hund vorbeigehen. Meist wollen wir das auch noch zügig und legen einen Zahn zu. Dadurch entsteht unter den Hunden ein frontales Aufeinanderzugehen. Unsere Hunde aber möchten nicht frontal aufeinander zu gehen. Das passiert nur in angespannten Situationen und ist mit Droh- bis hin zu Aggressionsverhalten verknüpft. Höfliche Hunde laufen nicht direkt aufeinander zu. Sie werden langsamer, bewegen sich in Bögen aufeinander zu. Damit signalisieren sie, dass sie keine bösen Absichten haben. 

Du ignorierst beschwichtungsverhalten deines HundesAlle drei

Ich meine hier nicht das, was die meisten Hundehalter mittlerweile kennen (sollten), das Blinzeln, Lippenlecken, Gähnen, Wegschauen. Hat dein Hund einen anderen Hund wahrgenommen und fühlt sich unsicher, dann geht er oft an der Seite schnüffeln. Plötzlich ist jeder Grashalm und jedes Laubblatt höchstspannend und muss eingehend untersucht werden. Das ist das allererste Anzeichen, dass dein Hund sich gerade unwohl fühlt und Zeit benötigt, um die Situation einzuschätzen. Meist ziehst du deinen Hund weiter, nicht wahr? Du möchtest ja schließlich zügig vorbei! Dein Hund aber möchte eben nicht zügig vorbei und so wird er deutlicher, in dem er langsamer wird. Ärgerlich? Du wirst angespannt, sauer und ziehst deinen Hund einfach weiter. Dein Hund wird immer unsicherer und gestresster. Und vor allem begreift er eins: Du ignorierst seine Hilferufe! Er muss deutlicher werden.

Und weißt du, in welchem Moment dein Hund seine gewünschte Distanzvergrößerung erreicht? Nämlich dann, wenn er aufgeregt oder sogar aggressiv in die Leine springt. Denn plötzlich nimmst du ihn kürzer und vergrößerst den Abstand zu dem anderen Artgenossen! 

Der Lerneffekt: Mit minimaler Körpersprache kommt dein Hund nicht weiter, er wird künftig direkt deutlich zeigen, dass er keinen Kontakt möchte.


Drei Tipps, wie du es besser machen kannst

Erster Tipp: nimm das Tempo raus - du bist nicht auf der flucht!

Dein Hund hat den entgegenkommenden Hund wahrgenommen und bleibt stehen? Dann bleibe du auch stehen! Lass deinen Hund schnüffeln, so lange er möchte. Lass deinen Hund das Tempo bestimmen. Und noch besser: Gib ihm dabei ein positives Feedback. Social Support. So lernt dein Hund, dass du seinen Konflikt wahrnimmst und die Situation in Ordnung ist.

Ist dein Hund mittlerweile so aufgeregt, dass er schon bei der Wahrnehmung von anderen Hunden nur noch in der Leine hängt, kannst du ihm helfen und ein paar Leckerlis zum Suchen auf die Seite werfen. 

Der Vorteil: Du gestaltest damit auch automatisch für den anderen Hund die Begegnung angenehmer!


zweiter Tipp: Seitenwechsel

Viele Hunde lernen auf dem Hundeplatz das typische Beifuß-Laufen auf der linken Seite. Im Rechtsverkehr bedeutet das, dass dein Hund auf der Seite zum anderen Hund hin läuft. Laufen beide Hunde in der Beifuß-Position aneinander vorbei, ist die Distanz sehr gering. Ich habe noch nie verstanden, warum der Hund auf der linken Seite laufen soll, denn auch im Stadt- und Straßenverkehr ist das eher unpraktisch. Meine Hunde laufen auf der Seite, die am sichersten ist. Entweder rechts oder links. Lass deinen Hund auf der Seite laufen, die die größtmögliche Distanz bringt - im Normalfall also rechts.  


Dritter Tipp: positives Feedback geben 

Du nimmst den anderen Hund wahr und automatisch nimmst du die Leine kürzer, sogar straff. Resultat: Dein Hund verknüpft andere HunFlip Stella Schnüffelnde mit einer angespannten Leine, die am Halsband auch noch sehr unangenehm ist. Wie soll dein Hund so lernen, an anderen Hunden entspannt vorbei gehen zu können? Im schlimmsten Fall tut das auch dein Gegenüber. Wenn die Leine gestrafft ist, sieht es so aus, als würden die Hunde ihren Körperschwerpunkt nach vorne verlagern und steif sein - in der Hundesprache ist dieser Ausdruck dem Drohverhalten zuzuordnen. Die Menschen bringen ihre Hunde also durch die kurze Leine dazu, Drohsignale zu senden, obwohl sie das gar nicht wollen. Ich kann nur empfehlen, diesem Kreislauf ein Ende zu bereiten: Sag deinem Hund, dass andere Hunde eine tolle Aktion mit dir bedeuten! Andere Hund = Tolles Gefühl. Das kannst du erreichen, in dem du deinen Hund ausgiebig belohnst, wenn Artgenossen erspäht werden. Je näher der andere Hund kommt, desto schwieriger kann es natürlich werden, aber je öfter ihr übt, desto besser wird es. Ich habe es oben schon erwähnt, die Leckerlis zum Suchen an die Seite werfen ist das einfachste Mittel, um einem Konflikt entgegen zu wirken.

Du erreichst damit, dass dein Hund bei dir anfragen wird, wenn er einen Artgenossen sieht. Damit hast du seine Aufmerksamkeit und kannst ihm gute Alternativen bieten! 

Fazit

Das Hundebegegnungen so stressig sind, ist ein menschengemachtes Problem - also wie immer eigentlich. Die Bedürfnisse, Verhaltensregeln untereinander passen zwischen Mensch und Hund nicht und wir müssen uns natürlich durchsetzen. Wenn du also möchtest, dass dein Hund entspannt an anderen Hunden vorbeigehen kann, dann muss er lernen, dass er auch mit kleinen Signalen Einfluss auf die Geschwindigkeit der Distanzverringerung nehmen kann und dass andere Hunde nicht automatisch Aufregung (weder positiv noch negativ) bedeuten.

Ein weiterer Faktor ist natürlich die Leinenführigkeit. Denn, wie schon oben geschrieben, ein ziehender Hund wird immer bedrohlich wirken. Und Zug auf dem Halsband fühlt sich unangenehm an. 

Fällt es deinem Hund schwer, an lockerer Leine zu laufen? Dann melde dich noch kurzfristig für den Online-Kurs "Königsdisziplin Leinenführigkeit" an:

Königsdisziplin Leinenführigkeit - Dein Online-Kurs

Mein Online-Kurs startet am 01.08.2021! Du lernst, wie du deinem Hund beibringst, an lockerer Leine zu laufen in drei einfachen Schritten! Hier erfährst du mehr dazu: Dein Online-Kurs für mehr lockere Leine!

Du möchtest immer auf dem Laufenden bleiben und bist noch nicht für meinen Newsletter angemeldet? Dann hole das unbedingt nach sichere dir ein kleines Dankeschön! 

 

Viele Grüße 
Susanne Bretschneider
von
Partner for Paws

Ist das Kunst, oder kann das weg - die hohe Kunst der Belohnungen
 

Ich habe ihn schon so oft belohnt, trotzdem ändert sich nichts!

Kennst du diesen Satz? Vielleicht von deinen Hundebekannten, aber vermutlich auch von dir? Dann ist der Artikel heute genau richtig für dich! Und für deinen Hund! Denn wenn dein Hund das trainierte Verhalten einfach nicht zeigen will, obwohl du ihm schon massenweise Leckerlis in die Schnauze geschoben hast... dann hast du ihn halt einfach nicht belohnt!

In dem Wort Belohnung, steckt das Wort Lohn. Das Verhalten deines Hundes muss sich also für ihn lohnen, damit er es häufiger zeigt. Und hier beginnt es für viele Menschen schon schwer zu werden, denn Hunde bestehen nicht nur aus "Ich will fressen!". Ja, Nahrungsaufnahme ist natürlich ein großes Bedürfnis. Aber ebenso haben Hunde auch Bedürfnisse wie Umwelterkundung, Jagen, Spielen, ängstliche Hunde wollen Sicherheit

Nur, weil du deinem Hund Futter gibst, hast du damit nicht automatisch sein Bedürfnis gestillt. Vermutlich hatte dein Hund in der von dir belohnten Situation keinen Hunger. Vielleicht wollte er lieber weg aus der Situation, oder doch lieber dem Wildgeruch hinterher. Dann mit einem trockenen Keks abgespeißt zu werden, kann ziemlich frustrierend sein.

Damit dein Hund also das erwünschte Verhalten öfter zeigt, muss es sich für ihn aus seiner Sicht lohnen. Du musst also in dieser Situation sein Bedürfnis erkennen und erfüllen.

Die Fragen aller Fragen für die passende Belohnung

Damit du herausfindest, wie du deinen Hund in der jeweiligen Situation am besten belohnen kannst, musst du dir die Frage aller Fragen stellen:

Welches Bedürfnis steckt hinter dem gezeigten, unerwünschten Verhalten meines Hundes?Stella Fußtouch

  • Distanzvergrößerung oder Distanzverringerung zum angebellten Objekt?
  • Erstöbern / Aufsuchen von Wild
  • Wild hetzen
  • Wild zerlegen
  • Fressen / Nahrungsaufnahme
  • Sozialkontakt
  • Spiel
  • Körperkontakt
  • Sicherheit

Die Liste lässt sich natürlich noch weiter führen. Aber deine Aufgabe ist es, hinter dem weggewünschten Verhalten das Bedürfnis zu erkennen und deinen Hund so zu belohnen, dass sein Bedürfnis anderweitig von dir mindestens annähernd gestillt wird. Eigentlich einfach, oder?

Lasse deiner Kreativität freien Lauf - oder hole dir Ideen!

Außer die Leckerlis zu variieren fällt dir nichts ein? Du hast keine Idee, womit du deinen Hund sonst noch so belohnen kannst? Dann werfe ich einfach mal ein paar Dinge in den Raum:

Futterbelohnungen

  • Ein Leckerli in die Schnute geben (kann jeder)
  • Ein Leckerli zum Hinterherhetzen wegwerfen (natürlich so, dass es dein Hund sieht!)
  • Mehrere Leckerli gleichzeitig auf eine Wiese werfen zum Suchen (prima distanzvergrößernd für entgegegenkommende Angstauslöser!)
  • Leckerli-Bäume wachsen lassen
  • Aus einer Tube schlecken (kann aufgeregte Hunde beruhigen)
  • Leckerlis auspacken (zum Beispiel eingewickelt in Papier)
  • Kauartikel, wenn man zum Beispiel eine Entspannungsinsel aufbauen möchte

Spielbelohnungenstella wälzt sich

  • Ball, Hasenfell, Quietschi, Zergel, Futterbeutel, Dummy
  • Mit dem Spielzeug zerren
  • Dem Spieli hinterherrennen (ohne es immer wieder bringen zu müssen)
  • Das Spieli suchen (Rückspur-Suche, Verloren-Suche, usw.)
  • Das Spieli einfach tragen dürfen

Umweltbelohnungen, bzw. funktionale Verstärker

  • In den See / Fluss / Bach rennen und plantschen
  • Mäusebuddeln 
  • Den Weg aussuchen dürfen
  • Weiterschnüffeln dürfen
  • Die Spur des Rehs verfolgen dürfen (natürlich nur angeleint und so, dass niemandem geschadet wird)
  • Das Wild beobachten dürfen (Scannen)
  • Wälzen (ein bisschen Spaß für die Menschen-Nase muss sein!)
  • Sich vom Angstauslöser entfernen dürfen
  • Besuch begrüßen dürfen
  • Körperkontakt, wenn ausdrücklich seitens deines Hundes erwünscht
  • Tricks, die positiv aufgebaut wurden bringen ebenfalls gute Stimmung
  • Auf Gegenstände / Bäume springen
  • Durch einen Laubhaufen rennen, sich wühlen, Kekse darin suchen, usw.

Du kannst dir noch nicht vorstellen, wie das aussehen soll? Dann schau doch einfach mal in meine Belohnungssammlung bei You-Tube vorbei *klick*
In der Play-List gibt es auch ein kleines Video-Tool, wie du die Belohnung "Weiterschnüffeln dürfen" ganz einfach aufbaust. 

Was bringt dir diese Mühe?

Auf den ersten Blick scheint es doch viel einfacher zu sein, den Hund einfach weiter mit Leckerli zu füttern. Aber defacto kann das ziemlich frustrierend sein. Für deinen Hund, weil er das Reh für den trockenen Keks hat rennen lassen (das wird er sich beim nächsten Reh sicherlich noch mal überlegen) - und für dich, weil du das Verhalten deines Hundes nicht effektiv verändern kannst und immer auf einem unbefriedigenden Trainingsstand hängen bleibst.

Belohnungen zu varrieren bringt dir dagegen jede Menge Vorteile:

  • Du lernst deinen Hund viel besser lesen und kennen, denn du musst wissen, was seine Bedürfnisse sind
  • Dein Hund lernt, dass du seine Bedürfnisse befriedigst, dadurch entsteht vor allem Vertrauen und Bindung
  • Dein Hund wird sich öfter draußen völlig freiwillig an dir orientieren, denn du wirst spannend!
  • Dinge gemeinsam erkunden und ausprobieren macht euch beiden Spaß
  • Das erwünschte / belohnte Verhalten wird schneller, häufiger, länger auftauchen, da es sich ja für deinen Hund lohnt
  • Das unerwünschte Verhalten wird gegen das erwünschte Verhalten immer öfter ausgetauscht

Das dürften genug Vorteile sein, um aus der eigenen Komfortzone auszubrechen und sich auf neues Terrain zu wagen, oder?!

Probiere es aus und berichte gerne in meiner Facebook-Gruppe für Menschen mit Hunden aus dem Tierschutz - vielleicht kann ich mir ja noch eine Idee von dir klauen!

 

 

 Viele Grüße 
Susanne Bretschneider
von
Partner for Paws

Leinenführigkeit - 3 typische Fehler

und wie du sie vermeidest

 

Warum ist Leinenführigkeit eigentlich so scheiße schwer?

Eigentlich ist es doch gar nicht so schwer?! Du leinst deinen Hund an und er läuft neben dir. Doch warum scheint es für viele Hunde die Herausforderung des Lebens zu sein, warum gibt es Hunde, die ständig in der Leine hängen und dabei nach Luft japsen, als gäbe es kein Morgen mehr?

Weil die Leine das Unnatürlichste der Welt ist

Kein Hund wird mit der Leine geboren und die Evolution ist noch nicht so weit, dass das Verhalten "an lockerer Leine laufen" genetisch verankert ist. Unnatürlich ist es, weil es den Bewegungsradius deines Hundes enorm einschränkt. Und die Leine sorgt dafür, dass dein Hund keine Kontrolle mehr darüber hat, wie er sich entgegenkommenden Hunden verhalten kann. Wir Menschen schaffen mit der Leine Situationen, die sich ein Hund freiwillig nie antun würde!

Weil du deinen fokus auf das "Nicht-Ziehen" legst

Immer wenn ich meine Kunden frage, was sie unter Leinenführigkeit verstehen, bekomme ich als Antwort: "Mein Hund soll nicht an der Leine ziehen". Oder auch "Die Leine soll locker sein." Beide Formulierungen sind denkbar ungünstig. Denn:

  • Nicht Ziehen - kann man nicht trainieren. Denn wenn du ein Verhalten nicht mehr haben möchtest, muss ein anderes her. Denn es ist für deinen Hund nicht möglich, sich nicht zu verhalten
  • Die Leine soll locker sein - das bedeutet, dass dein Hund ständig den Fokus auf die Leine richten sollte. Die ist ziemlich unsichtbar für deinen Hund, immerhin ist sie hinten an seinem Geschirr befestigt. Er merkt die Leine also erst dann, wenn Zug drauf ist.

Drei Fehler, die du sicherlich auch machst und wie du es besser lösen kannst

1. Fehler: mangelnde konsequenzLeinenführigkeit Stella

Oberste Regel im Training von Leinenführigkeit: Wenn dein Hund zieht, musst du stehen bleiben. Richtig, oder? Und wie viele Situationen gibt es, in denen du gar keine Zeit oder keine Lust hast, immer stehen zu bleiben und zu warten, bis dein Hund wieder bei dir ist? Wie soll dein Hund verstehen, dass er mit Ziehen nicht zu seinem Objekt der Begierde kommt, wenn du dich mal so und mal so verhältst?

So machst du es besser: Führe ein Ritual ein, welches deinem Hund signalisiert, dass du jetzt möchtest, dass er neben dir läuft. Das hat den Vorteil, dass du klar kommunizierst und wenn du keine Lust auf Training hast, spielt es auch keine Rolle, ob dein Hund zieht. Ich denke da zum Beispiel an einen kleinen Anhänger. Oder die Leine wird mit beiden Haken an den Hund geleint. Je deutlicher der Unterschied, desto einfacher ist es für deinen Hund.

2. Fehler: Stop and go und nach dem go wird belohnt

Dein Hund läuft an dir vorbei und eigentlich ist es eine Frage von wenigen Sekunden, bis die kurze Leine gestrafft ist. Also bleibst du stehen. Und du gehst erst weiter, wenn die Leine gelockert ist. Dein Hund erhält dann die Belohnung. Aus deiner Sicht ist das doch völlig logisch. Zur Strafe für die straffe Leine bleibst du stehen - für die lockere Leine bekommt dein Hund eine Belohnung. Dabei können zwei Sachen passieren:

  • Dein Hund findet die Belohnung nach dem Stehen-Bleiben so toll, dass er eine Verhaltenskette aufbaut: "Wenn ich an der Leine ziehe, bleiben wir stehen und danach bekomme ich eine Belohnung!". So wird dein Hund zu einem Jojo-Hund, der das Leine-Ziehen dazu nutzt, um eine Belohnung zu bekommen
  • Auch wenn dein Hund nur kurz zieht: Er kommt ziehend weiter! Damit erhält sich das unerwünschte Leinenziehen wie von selbst, weil es sich für deinen Hund trotzdem lohnt!

So machst du es besser: Bevor die Leine straff wird, sprich deinen Hund an und hole ihn wieder zurück zu dir. Sprich ihn an und gehe erst mit ihm weiter, wenn er aufmerksam und nicht abgelenkt ist. Belohne ihn erst, wenn du ein paar Schritte gegangen bist. Und notiere für dich: Mein Hund konnte seine Aufmerksamkeit nicht so lange auf mich richten, weil die Umgebung spannender war. Das nächste Mal belohne ich in kürzeren Schritten!

3. Fehler: du erwartest zu viel

Während du denkst: Mein Gott, so schwer kann doch die lockere Leine nicht sein. Wir kommen doch trotzdem vorwärts. Mein Hund soll doch einfach nur nichtlockere Leine am Strand ziehen. Währenddessen denkt dein Hund: Oh, da riecht es toll. Dort ist ein Kaninchen. Dort liegt ein Döner im Gebüsch. Oh warte, hier gibt es eine paarungsbereite Hündin. Aber dort drüben ist der Erzfeind... und so weiter.
Dein Hund wird ständig mit neuen Reizen geflutet. Dein Hund aus dem Tierschutz trägt dann vielleicht auch noch Ängste mit sich. Es bleibt also wahrlich wenig Platz im Hundekopf, um da an dich zu denken und sich an dein langsames Tempo anzupassen.

So machst du es besser: Beginne erst einmal damit, deinem Hund zu zeigen, dass neben dir laufen toll ist. Ohne Ablenkung. Wenn dein Hund weiß, was er tun soll, kannst du 

  • vor allem dort üben, wo die Leinenführigkeit wichtig ist, denn ich gehe davon aus, dass du deinem Hund auch Freiraum zur Erkundung seiner Umwelt lässt. Mache dir also die Ortskonditionierung zu nutze und übe dort, wo dir eine lockere Leine wichtig ist.
  • dich mit Situationen befassen, die deinem Hund Schwierigkeiten machen. Andere Hunde? Prima, dann übe Leinenführigkeit, wenn dein Hund einen anderen entdeckt. Wird es zu schwer? Dann vergrößere die Distanz und lass deinen Hund Leckerlis suchen. Ist der andere Hund vorbei gegangen, übst du weiter. So kann dein Hund lernen, was du von ihm möchtest und mit etwas Geduld und Einfühlungsvermögen könnt ihr bald an anderen Artgenossen vorbeigehen.

Fazit

Ob dein Hund an lockerer Leine laufen kann, hängt im Wesentlichen von dir ab! Es ist deine Aufgabe, für klare Kommunikation und Regeln zu sorgen, die du deinem Hund verständlich und gewaltfrei vermittelst und es ist deine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass es sich für deinen Hund lohnt, trotz der vielen, wirklich verlockenden Umweltreize, bei dir zu bleiben.

Königsdisziplin Leinenführigkeit - Dein Online-Kurs

Mein Online-Kurs startet wieder im August 2021! Du lernst, wie du deinem Hund beibringst, an lockerer Leine zu laufen in drei einfachen Schritten!

Hier erfährst du mehr dazu: Dein Online-Kurs für mehr lockere Leine!

Du möchtest immer auf dem Laufenden bleiben und bist noch nicht für meinen Newsletter angemeldet? Dann hole das unbedingt nach und sichere dir ein kleines Dankeschön!

 

Viele Grüße 
Susanne Bretschneider
von
Partner for Paws

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