Mitbestimmung heißt nicht Welteroberung!

 

Hey Hundefreunde,

 

Flip

ich, der Flip, muss euch unbedingt was erzählen!  

Ich mag es ja gar nicht, angefasst zu werden! Na gut, Streicheln mag ich, aber bitte nicht von jedem und auch nur dann, wenn ich Lust habe! Aber Untersuchungen, das kann ich gar nicht leiden. Frauchen und Herrchen dürfen das zwar mittlerweile, aber Physiotherapeuten, Tierärzte und alles, was dazu gehört, biss sich bisher an mir die Zähne aus! Beziehungsweise biss ich meine Zähne... naja... ging dank Maulkorb aber nicht! 

Aber Frauchen hat mit mir viel trainiert - und zwar mit meiner Mitbestimmung! Wir haben ein eindeutiges Signal, wann Schluss ist. Und zwar für denjenigen, der mich anfässt! Wir haben einen Kinntouch aufgebaut. Das bedeutet, dass ich, wenn ich mag, mein Kinn in Frauchens Hand lege. So lange das Kinn die Hand berührt, ist für mich alles in Ordnung. Nehme ich das Kinn runter, dann hört man mit der aktuellen Behandlung auf und nimmt die Hände von mir. Ich sage, wann Schluss ist! 

Das tolle ist, dass ich darauf vertrauen kann! Alles kann - nichts muss! Dadurch mache ich die Erfahrung, dass das ganze halb so schlimm ist! 

Lege ich mein Kinn auf Frauchens Hand, sagt sie mir, was als nächstes kommt. Aktuell sagt sie oft "Anfassen", dann weiß ich, dass ich von jemandem angefasst oder massiert werde. Halte ich bis zu meinem Markersignal durch, bekomme ich eine tolle Belohnung. 

Ist mir das zu heikel, weil die Hand vielleicht zu nah an meine empfindliche Stelle ist, dann nehme ich mein Kinn weg und wir machen eine kurze Pause. Na gut, das ist immer ein bisschen doof, weil ich keinen Keks bekomme. Aber wenn ich sie dann auffordere, mir die Hand wieder hinzuhalten, bekomme ich auch einen Keks. Meist macht es Frauchen dann wieder etwas leichter und tastet sich dann ran. 

Ja, also meine Physiofrau ist wirklich begeistert. Innerhalb von zwei Sitzungen haben wir Dauer und Häufigkeit erhöhen können. Und die Physiofrau hat sogar ein bisschen Tellington Touch machen können! Früher hätte sie spätestens beim Touchen meine zarten Beißerchen gespürt! Aber so ist das eigentlich viel besser, finde ich! Und nee, das hat mit Bestechung gar nix zu tun! Denn keiner hält mir das Leckerchen vor die Nase und sagt "Wenn du artig bist, bekommst du einen Keks!" Und nur, weil ich sage, wann Schluss ist, bin ich nicht dominant! Ich höre trotzdem auf mein Frauchen und die Couch gehört eh mir! Jawoll! 

Dieses Kooperationssignal benutzen wir auch beim Kämmen. Ich mag ja gar nicht still halten und weil ich so aufgeregt bin, wusel ich immer in der Gegend rum. Aber mit dem Signal halte ich still und lausche, was passiert. Nichts passiert! Tut nix weh! Also kann ich auch länger stillhalten! Das hätte ich vorher, mit meiner Nervosität nieeee gemerkt!

Und wenn ihr wissen wollt, wie der Aufbau eines Kooperationssignals funktioniert, dann fragt Frauchen!

Euer Flip-Di-Wipp